Die Fraktion der AfD hat mit Schreiben vom 2. Februar 2018 beantragt, folgenden Punkt gemäß § 76 Abs. 2 GOLT auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen:

„Regionale Unterschiede der Kinderzahlen in Rheinland-Pfalz“.

Begründung:

Jüngst veröffentlichte Forschungsergebnissen des Bundesinstituts für Bevölkerungs-forschung (Comparative Population Studies 41/2016) zeigen, dass die Kinderzahlen von Frauen in Deutschland regional stärker variieren als bislang angenommen wurde. Die bisherigen Annahmen stützten sich auf die Geburtenraten (TFR) als Maß der Periodenfertilität, während nun erstmals valide Daten zur Kohortenfertilität (der Frauengeburtsjahrgänge 1969-1972) vorliegen. In Großstädten sind demnach die durchschnittlichen Kinderzahlen pro Frau relativ niedrig, während ländliche Regionen zum Teil deutlich höhere Zahlen aufweisen. In Rheinland-Pfalz zeigt sich dieses Gefälle in sehr niedrigen Kinderzahlen in Kaiserslautern (1,26), Pirmasens (1,27) und Trier (1,29), während einige Kreise im Westen und Norden deutlich höhere Werte aufweisen, insbesondere der Landkreis Daun (1,83). Die Kinderbetreuungsinfrastruktur kann diese Unterschiede offensichtlich nicht erklären. Hingegen zeigt sich ein (negativer) Zusammenhang zwischen den Kinderzahlen und der Bevölkerungsdichte, der eine Schlüsselrolle des Wohnraums für die Entscheidungen zur Familiengründung- und Er-weiterung nahe legt. Damit verbunden stellen sich grundsätzliche Fragen nach angemessenen Kriterien für Familienfreundlichkeit.

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