Deutschland hat gewählt. Mit 12,6 % aller Stimmen hat die Alternative für Deutschland ein hervorragendes Ergebnis erzielt und wird mit einer mehr als 90-köpfigen Fraktion in den 19. Deutschen Bundestag einziehen.

Dieses Ergebnis ist nicht nur ein Sieg für unsere Partei, es ist auch ein Sieg für die Demokratie. Die Wähler haben sich von der beispiellosen Hetzkampagne, die von den Altparteien und weiten Teilen der Zivilgesellschaft unter Mitwirkung der Gewerkschaften und der Kirchen gegen die AfD veranstaltet wurde, nicht beeindrucken lassen. Sie haben unser Programm studiert und sich unsere Spitzenkandidaten angeschaut und dann ganz selbstbewusst ihre Entscheidung getroffen.

Es ist aber auch deshalb ein Sieg für die Demokratie, weil jetzt endlich wieder eine echte Opposition im Bundestag vertreten ist. Nachdem in den vergangenen Jahren alle Parteien die zahlreichen Rechtsbrüche der Kanzlerin entweder abgenickt oder zumindest ohne Widerstand hingenommen haben, wird dies mit der AfD-Fraktion nicht mehr möglich sein. Hier kommen Menschen in den Bundestag, die wissen, wie man Politik für das eigene Volk und im Interesse des eigenen Landes macht.

Sollte die SPD bei ihrer Ankündigung bleiben, keine große Koalition bilden zu wollen, werden wir voraussichtlich ein “Jamaika-Bündnis” aus CDU, Grünen und FDP bekommen. Eine solche Konstellation wäre für die AfD auf den ersten Blick ungünstig, weil die SPD dann die Rolle der – zahlenmäßig – stärksten Oppositionsfrakion übernehmen würde. Andererseits liegt hier ein erhebliches Spannungspotential für die beteiligten Parteien, denn vor allem FDP und Grüne passen inhaltlich in vielen Punkten nicht zueinander. Entweder wäre dieses Bündnis schnell am Ende und es käme zu Neuwahlen oder die Kanzlerin würde die beiden kleinen Koalitionspartner genauso marginalisieren, wie sie es zuletzt mit der SPD getan hat. Beides wäre sicherlich nicht zum Nachteil für uns. Gesellschaftspolitisch dürfte zudem ein weiteres “Ergrünen” der CDU zu erwarten sein, was es uns als AfD erlauben würde, am konservativen Rand der CDU viele neue Wähler zu gewinnen, so dass uns hier langfristig ein großer Nutzen entstehen könnte.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass wir uns als bürgerlich-konservative, freiheitliche und patriotische Kraft etablieren und insbesondere weitere Spaltungen in der Partei vermeiden. Die heutige Entscheidung Frauke Petrys ist hier leider ein Schritt in die falsche Richtung. Es kann und darf im Interesse unseres Landes nicht sein, dass wir uns selbst zerfleischen und damit das ganze Projekt “AfD” gefährden. Wir als rheinland-pfälzische Alternative, deren Landesvorstand und Landtagsfraktion ich angehöre, werden alles dafür tun, ein solches Szenario zu verhindern.

Dass wir im Wahlkreis Trier und insbesondere in der Stadt Trier ein unterdurchschnittliches Ergebnis erzielt haben, ist zugegebenermaßen enttäuschend. Wir alle hatten uns hier mehr erwartet, insbesondere aufgrund des wirklich engagierten Wahlkampfs unserer Mitglieder und unserer erfolgreichen kommunalpolitischen Arbeit der letzten Jahre. Aber es hat sich einmal mehr gezeigt, dass das links-grüne urbane und studentische Milieu ein schwieriges Pflaster für uns ist. Auch in den anderen rheinland-pfälzischen Großstädten wie Koblenz und Mainz haben wir ähnlich schlechte Werte erreicht. Hinzu kommt in Trier die nach wie vor starke Verwurzelung des Bürgertums in CDU und Kirche und die von manchen kirchlichen Kreisen gezielt geschürte Hetze gegen die AfD. Wir werden uns überlegen müssen, wie wir in Zukunft diese eigentlich konservativen Wählerschichten für uns gewinnen können.

Abschließend möchte ich es nicht versäumen, allen ganz herzlich zu danken, die unser großartiges Ergebnis möglich gemacht haben. Unseren unermüdlichen Flyerverteilern und Plakatierern, den kleinen und großen Spendern, den Mitgliedern unseres Kreisvorstandes, den vielen Unterstützern im Hintergrund, die in Gesprächen mit Freunden und Bekannten Überzeugungsarbeit geleistet haben, und nicht zuletzt unseren Wählern, die uns das Vertrauen geschenkt haben. Ihr alle wart Teil unseres Erfolges – ohne euch hätten wir es niemals geschafft!

Hoffen und arbeiten wir jetzt gemeinsam, dass es der AfD gelingen wird, einen grundlegenden Wandel in der deutschen Politik herbeizuführen und unser Land wieder auf einen guten, die Zukunft sichernden Weg zu bringen!

für den AfD Kreisverband Trier

MdL Michael Frisch, Vorsitzender

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