Auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hin hat Baudezernent Andreas Ludwig in der letzten Ratssitzung den Textentwurf für die geplante Informationstafel an der Karl Marx Statue vorgelegt. Er lautet wie folgt:

„Karl Marx (1818-1883) Karl Marx ist der bekannteste Sohn der Stadt Trier. Wie kaum ein anderer hat er die unerhörte Dynamik seiner eignen Zeit analysiert und wachsende Ungleichheit und Ausbeutung kritisiert. „Das Manifest der Kommunistischen Partei“ und „Das Kapital“ gehören heute zum UNESCO Weltdokumentenerbe. Die Würdigung seines Lebenswerkes jenseits von Legendenbildung und ideologischer Vereinnahmung ist der Stadt Trier ein großes Anliegen. Seine Ideen sind im 20. Jahrhundert zu Aufbau und Rechtfertigung von Diktaturen missbraucht worden. Seine Denkanstöße können aber auch heute noch dazu dienen, unseren Blick für die Probleme der Gegenwart zu schärfen.“

Wir halten diesen Text für völlig inakzeptabel. Abgesehen davon, dass er mit inhaltlich nicht konkretisierten Begriffen wie „Legendenbildung“ und „ideologischer Vereinnahmung“ arbeitet, spricht er Marx ohne weitere Begründung von jeder Mitverantwortung für die in seinem Namen begangenen Verbrechen frei. Das ist unhistorisch und selbst bereits eine weltanschaulich geprägte und wissenschaftlich umstrittene Perspektive.

Vor allem aber erwähnt der Text die mehr als 100 Millionen Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft mit keinem einzigen Wort. Sie werden bewusst ignoriert, weil die Erinnerung an ihr furchtbares Schicksal den allgegenwärtigen Marx-Kult in Trier stören würde.

Für uns ist es skandalös und beschämend, dass die Stadt Trier dem ideologischen Vordenker millionenfacher Verbrechen nicht nur ein von einer kommunistischen Diktatur geschenktes monströses Denkmal widmet, sondern auch noch das Leiden der davon betroffenen Menschen vollständig ausblendet.

Die AfD Trier wird sich niemals mit diesem Skandal abfinden und ihn beenden, sobald die politischen Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat es erlauben.

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