In den vergangenen Monaten gab es immer wieder heftige Angriffe von Repräsentanten der beiden christlichen Kirchen auf die AfD. Viele erinnern sich sicher noch an die unsägliche Aktion evangelischer und katholischer Organisationen vor dem Kölner Parteitag, die uns unter der Überschrift „Unser Kreuz hat keine Haken“ in die Nähe schlimmster NS-Verbrechen zu rücken versuchte. Auch bei der Gegendemonstration zur Veranstaltung der AfD Trier am 1.September vor der Porta Nigra, bei der neue Gaskammern als Folgen der AfD-Politik heraufbeschworen wurden, waren die Katholische Studierende Jugend KSJ und die Katholische Arbeitnehmer Bewegung KAB beteiligt.
Die rheinland-pfälzische AfD-Fraktion hat diese, in ihren Augen sachlich unbegründete, diffamierende und ungerechte Kritik der Kirchen zum Anlass genommen, grundsätzlich zu der Frage nach dem Verhältnis von Christentum, Kirche und AfD Stellung zu nehmen. Als studierter Theologe, langjähriger Religionslehrer und kirchenpolitischer Sprecher meiner Fraktion habe ich ein in 10 Punkten gegliedertes Manifest unter dem Titel „Vernunft und Verantwortung. Ein Plädoyer für eine alternative Politik aus christlichem Ethos“ verfasst. In diesem Manifest versuche ich aufzuzeigen, dass die AfD mit ihrer an den Kategorien Vernunft und Verantwortung ausgerichteten Politik den Grundprinzipien der christlichen Sozialethik in mindestens gleicher Weise, ja wahrscheinlich in vielen Punkten sogar deutlich mehr gerecht wird als die anderen Parteien. Damit verbunden ist die Aufforderung an die Kirchen, sich jenseits vorschneller und oberflächlicher Verurteilungen endlich einer inhaltlichen Debatte mit der AfD zu stellen.
Wir haben das Manifest gestern in Mainz in einer Pressekonferenz vorgestellt. Das Interesse der Medien war erfreulich groß und wir hoffen, dass dadurch weitere Diskussionen angestoßen werden. Hier einige der bisher veröffentlichten Presseberichte:
Den Text des Manifests finden Sie hier. Auf Wunsch kann ich auch eine Kurzversion auf einer DINA4-Seite zur Verfügung stellen. Bitte verbreiten Sie ihn in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, insbesondere auch unter kirchennahen Menschen. Ich bin davon überzeugt, dass es viele konservative Christen gibt, die aufgrund ihrer Einstellungen die AfD wählen würden, aber von der harschen Kritik vieler Kirchenvertreter davon abhalten werden. Hier müssen wir dringend Aufklärungsarbeit leisten!
Bei Rückfragen kommen Sie gerne auf mich zu.