Liebe Parteifreunde, sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie vermutlich schon erfahren haben, bin ich auf dem Parteitag in Bingen am vergangenen Wochenende zum neuen Landesvorsitzenden der AfD Rheinland-Pfalz gewählt worden. Ich danke denen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, und werde alles dafür tun, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Es ist mein erklärtes Ziel, unseren bisherigen bürgerlich-konservativen Kurs fortzusetzen und gemeinsam mit dem neuen Landesvorstand hart für ein gutes Ergebnis bei der Landtagswahl 2021 zu arbeiten.

Die Kandidatur für dieses Amt ist mir nicht leicht gefallen. Meine Familie hatte und hat erhebliche Bedenken, weil sie den öffentlichen Druck fürchtet und sich sogar Sorgen um meine Gesundheit macht. Dass so etwas in unserem Land möglich ist, halte ich für einen bedrückenden Zustand, ja es macht mich traurig und wütend zugleich. Was ist geblieben von Meinungsfreiheit und Demokratie, wenn die Kandidatur für ein Parteiamt dazu führt, dass Familien in Angst leben müssen? Ist sich etwa ein Herr Schnieder von der CDU bewusst, was er da anrichtet, wenn er erst kürzlich im Landtag eine Nähe von AfD und gewaltbereitem Rechtsterrorismus (!!) konstruiert? Falls nein, was sagt das über den intellektuellen Zustand mittlerweile auch der Union – falls ja, wie moralisch verkommen ist eine sich immer noch christlich nennende Partei, wenn die Beschädigung des politischen Gegner um wirklich jeden Preis das erklärte Ziel ist und dabei solche Kollateralschäden in Kauf genommen werden? Es erschüttert mich, was aus der politischen Kultur in unserem Land geworden ist.

Dennoch habe ich mich entschlossen, mich zur Verfügung zu stellen. Wenn Politiker sagen, sie hätten sich von ihrer Partei in die Pflicht nehmen lassen, dann ist das in der Regel eine Floskel, eine Chiffre dafür, dass man ein bestimmtes Amt unbedingt haben wollte und das auch mit guter Netzwerkarbeit auch geschafft hat. In meinem Fall war dies jedoch anders. Ich habe kandidiert, weil ich die große Verantwortung gespürt habe, der Partei in einer schwierigen Situation zu helfen. Als Konservativer weiß ich, dass es Situationen gibt, in denen man gefordert ist und denen man sich stellen muss, auch wenn es nicht einfach wird.

Trotz aller vorherigen Turbulenzen war Bingen ein starkes Zeichen nach innen, aber auch nach außen. Dass angesichts des großen öffentlichen Drucks auf unsere Partei mehr als 400 Mitglieder Flagge gezeigt haben, macht sehr deutlich, dass wir zusammenstehen und dass wir uns nicht unterkriegen lassen. Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, eine schwierige innerparteiliche Situation zu bewältigen, integrative Lösungen zu finden, einen starken Parteivorstand zu wählen, der die verschiedenen Regionen und Strömungen unserer Partei abbildet, und gleichzeitig das Signal nach außen zu senden, dass wir als bürgerlich-konservative Kraft den Anspruch zu erheben, in Zukunft eine noch stärkere Rolle in der rheinland-pfälzischen Politik zu spielen. Damit können wir sehr zufrieden sein und jetzt durchstarten Richtung Landtagswahl 2021. Dabei zähle ich auch auf Ihre Unterstützung: Nur zusammen können wir die dringend notwendige politische Wende in unserem Land herbeiführen. Packen wir es an!

Beste Grüße

Ihr Michael Frisch

P.S. Für diejenigen, die nicht in Bingen sein konnten, habe ich den Text meiner Bewerbungsrede angehängt.

Bewerbungsrede Landesparteitag Bingen