Den Erklärungen der Bundesregierung zufolge soll es aufgrund der Corona-Pandemie auch in den kommenden Wochen keine öffentlichen Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen in Deutschland geben. Der kirchenpolitische Sprecher der rheinland-pfälzischen Landtagsfraktion Michael Frisch hält diese Entscheidung für falsch und fordert eine Lockerung unter klar definierten Bedingungen: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum in anderen Bereichen eine vorsichtige Lockerung der strengen Verbote vorgenommen wurde, für die Kirchen jedoch nicht. Auch hier wäre es problemlos möglich, klar definierte Hygiene- und Abstandsregeln zu formulieren, unter denen sich zahlenmäßig begrenzte Gruppen risikolos zu einem Gottesdienst versammeln könnten.

Warum sollte der Publikumsverkehr in einem kleinen Autohaus oder einer örtlichen Buchhandlung weniger gefährlich sein als eine gottesdienstliche Veranstaltung mit 50 Gläubigen in einer riesigen, weitgehend leeren Kirche? Gerade in Krisenzeiten, wie wir sie jetzt erleben, erfüllen die Kirchen eine wichtige Funktion für die Gesellschaft. Ihre Botschaft gibt den Menschen Orientierung und Halt unter schwierigen Lebensbedingungen. Zudem hat das Bundesverfassungsgericht erst in der vergangenen Woche festgestellt, dass die aktuellen Einschränkungen einen schweren Eingriff in das Grundrecht auf Religionsfreiheit darstellen und deshalb fortlaufend überprüft werden sollten.

Angesichts der jetzt vorgenommenen Lockerungen in vielen Bereichen erscheint mir ein undifferenziertes Verbot nicht mehr angemessen zu sein. Ich fordere daher die Landesregierung auf, gemeinsam mit den Kirchen Regularien zu erarbeiten, die es ermöglichen, unter klar definierten Bedingungen wieder Gottesdienste abzuhalten.“

Michael Frisch ist stellvertretender Vorsitzender und kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz.