Für die Alternative für Deutschland ist Familienpolitik kein unbedeutendes „Gedöns“, sondern spielt eine herausragende Rolle für die Zukunft unseres Landes. Denn Familien bilden auch heute noch die Grundlage der Gesellschaft und nur aus starken Familien kommen die Kinder, die wir brauchen, um Identität, Freiheit und Wohlstand unseres Volkes langfristig zu erhalten. Dabei steht für uns auch hier das Subsidiaritätsprinzip an erster Stelle: Familien wissen in aller Regel selbst, was gut für sie ist. Sie brauchen keinen Staat, der sie gängelt und mehr und mehr ihre Aufgaben übernimmt. Und sie brauchen erst recht keine Ideologen, die ihnen vorschreiben, wie sie ihr Familienleben zu gestalten haben, was angeblich veraltete und moderne Rollenbilder sind und welche Form der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder die richtige ist. Wenn Politik die Rahmenbedingungen so setzt, dass Gerechtigkeit und Wahlfreiheit gewährleistet sind, wenn sie Familien fördert und ihnen in Notlagen zur Seite steht, dann reicht das vollkommen aus. Dann können sich Familien selbstbestimmt entfalten und nicht nur dem Wohl ihrer Kinder, sondern damit auch der ganzen Gesellschaft dienen.

Die „Häuser der Familie“ werden diesem Anspruch in besonderer Weise gerecht. Sie ersetzen nicht die Familie, sondern unterstützen sie. Sie öffnen Räume für mehr gemeinsame Aktivitäten von Eltern, Kindern und Großeltern. Sie tragen dazu bei, dass Familien nicht weniger, sondern mehr Zeit miteinander verbringen. Und sie verbinden die Generationen miteinander und stärken so den Zusammenhalt. Das nennen wir echte Familienförderung im Sinne unserer Kinder, Eltern und Großeltern.

„Häuser der Familie“ gibt es nunmehr seit 10 Jahren in Rheinland-Pfalz. Viele dieser Einrichtungen blicken bereits auf eine längere Vorgeschichte zurück. Sie starteten als Bürger- oder Jugendtreffs, waren Familienbildungsstätten, in der Seniorenarbeit aktiv und häufig in Kirchengemeinden beheimatet. So unterschiedlich der ursprüngliche Grundgedanke der einzelnen Einrichtungen, so vielfältig erscheint das Angebot, das sie heute gemeinsam auf die Beine stellen. Alle 48 Häuser vereint eine dreijährige Zertifizierungsphase, die sie zuvor durchlaufen mussten. Die Mehrzahl von ihnen ist außerdem als Mehrgenerationenhaus anerkannt. Dank ihrer flächendeckenden Verteilung über das gesamte Landesgebiet, profitieren tausende Familien und Menschen aller Altersgruppen von ihren Leistungen. Und durch die Vielfalt ihrer Angebote tragen sie auch zur Vernetzung der Akteure des jeweiligen Sozialraums bei.

„Häuser der Familie“ bieten „Beratung, Familienbildung, Information und Alltagshilfe“ unter einem Dach. Auf der Internetpräsenz des Ministeriums werden sie als „Anlaufstellen und Orte der Begegnung für alle Familien“ vorgestellt. Sie sind also in erster Linie Treffpunkte für Menschen jedweden Alters. Indem sie soziale Kontaktmöglichkeiten schaffen und den zwischenmenschlichen Austausch der Generationen fördern, leisten sie einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zur Stärkung der Solidarität zwischen Jung und Alt. „Häuser der Familie“ bieten aber noch viel mehr. Sie sind Beratungs- und Informationszentren, bei denen sich Familien direkt oder mittelbar Antworten in allen Fragen des Familienalltags einholen können. Dabei profitieren sie nicht nur von speziellen niederschwelligen Angeboten und dem Wissen von Experten, sondern auch von der Erfahrung anderer Familien.

Schaut man sich die Programmpalette der Häuser an, dann wird sehr schnell deutlich, wie außerordentlich umfangreich und vielfältig sie ist: So gibt es beispielsweise allein in Bad Kreuznach zur Zeit 75 verschiedene Angebote: Mutter-Kind-Treffs, Spiele-Nachmittage, Tanz- und Malkurse, einen Literatur- und einen Singkreis, ein Gesprächscafe für ältere Menschen, Selbsthilfegruppen für Eltern suchtabhängiger Kinder, Lachyoga für Schwangere, Erste-Hilfe-Kurse, eine Waldgruppe für 5 bis 10-jährige, Kochkurse für vegetarische Küche und vieles mehr. Und in Landau gibt es neben dem Frauen-Frühstück, einem Treff für Alleinerziehende, Familienwanderungen und einem Papa-Tag auch ein Angebot, das man angesichts der hitzigen Debatten am gestrigen Plenartag manchen Herren hier im Hause empfehlen könnte: „Männer auf dem Weg in Ruhe und Gelassenheit. Altersgruppe 50 bis 65. Der Einstieg in die Gruppe ist jederzeit möglich.“

Meine Damen und Herren, die großartige Arbeit der „Häuser der Familie“ wäre nicht möglich ohne das vorbildliche Engagement der zahlreichen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter. Ihnen allen möchte ich im Namen meiner Fraktion an dieser Stelle einen herzlichen Dank aussprechen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Stärkung und den Zusammenhalt unserer Familien und wirken damit segensreich für unsere ganze Gesellschaft. Die AfD-Fraktion sichert ihnen ihre Unterstützung zu und wird sich auch weiterhin für den Erhalt und die Förderung der „Häuser der Familie“ in Rheinland-Pfalz einsetzen.