Der plötzliche Herztod stellt die häufigste tödliche Ausprägung einer Herzerkrankung dar. In Deutschland versterben etwa 150.000 Menschen pro Jahr daran. Auch junge Leute und Leistungssportler mit nicht erkannten Herzerkrankungen sind davon betroffen. Und es gibt nur eine Möglichkeit diesem Sekundentod zu entgehen: Dem Betroffenen muss sofort Erste-Hilfe geleistet werden. Neben Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung spielt hierbei die Defibrillation eine entscheidende Rolle.

Aktuell zeigt die Statistik einen ausgesprochen ungünstigen Verlauf. Die Überlebensrate liegt lediglich bei etwa 10%, weil es in den meisten Fällen nicht zu den notwendigen Sofortmaßnahmen kommt. Mit jeder Minute ohne Sauerstoffzufuhr verringert sich die Überlebenschance und die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene wieder ein normales Leben führen kann. Durch eine frühe Reanimation und den Einsatz von Defibrillatoren innerhalb der ersten drei Minuten kann die Überlebenswahrscheinlichkeit dagegen auf bis zu 75% gesteigert werden. Deshalb ist in Amerika, wo es in vielen öffentlichen Einrichtungen Defibrillatoren gibt, die Überlebensrate um einiges höher.
Wie eine Anfrage der AfD-Fraktion an Bürgermeisterin Garbes ergeben hat, sind lediglich drei Trierer Schulen zur Zeit mit sogenannten AED´s (Automatisierten Externen Defibrillatoren) ausgestattet, die sie in Eigeninitiative angeschafft haben. Den meisten Schulen steht solch ein lebensrettendes Gerät nicht zur Verfügung.

Demgegenüber ist in anderen Städte das Vorhandensein eines Defibrillators in Bildungseinrichtungen bereits seit längerem die Regel. Auch immer mehr öffentliche Institutionen und Betriebe installieren einen AED im Rahmen der Gesundheitsvorsorge für ihre Mitarbeiter und Besucher. Und seit 2001 werben alle namhaften Hilfsorganisationen für deren Einsatz im öffentlichen Umfeld.

Die auf dem Markt befindlichen AED-Geräte sind ausdrücklich für den Gebrauch durch Laien gedacht. Sie können mittels gezielter Stromstöße Herzrhythmusstörungen unterbrechen und damit den Herztod verhindern. Außerdem geben sie genaue Anweisungen für weitere lebensrettende Maßnahmen wie Herz-Druck-Massage oder Mund-zu-Mund-Beatmung und optimieren damit deren Einsatz. Bei Bedarf können sie mit kleineren Pädiatrie-Elektroden versehen werden, so dass ihre Anwendung auch bei Kindern unter 8 Jahren möglich ist.

Gerade in Schulen und Sporthallen kommt eine große Anzahl von Menschen regelmäßig über einen längeren Zeitraum zusammen. Insbesondere Lehrkräfte unterliegen alters- und stressbedingt einem besonderen Risiko von Herzerkrankungen und den daraus resultierenden Problemen. Ebenso muss bei der Sporthallennutzung von einem erhöhten Gefährdungspotenzial ausgegangen werden. Es sollte daher selbstverständlich sein, dass in solchen Einrichtungen die vorhandenen technischen Möglichkeiten zur Rettung von Menschenleben auch tatsächlich genutzt werden.

Rechtlich gesehen ist der Einsatz eines AED durch Laien im Rahmen der Ersten Hilfe unbedenklich. Zudem sind besondere Kenntnisse zu ihrer Bedienung nicht erforderlich. Gleichwohl haben alle Lehrkräfte an Schulen die Verpflichtung regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren, in dem seit 2015 auch die Anwendung eines AED geschult wird. Ähnliches gilt für Übungsleiter in Sportvereinen. Ohne das Vorhandensein entsprechender Geräte laufen solche Schulungen jedoch ins Leere und das damit verbundene Ziel wird nicht erreicht.

Die Kosten für die Anschaffung eines AED liegen pro Gerät bei ca. 1000 Euro. Insgesamt wäre für die Stadt mit einmaligen Aufwendungen in Höhe von etwa 50.000 Euro und geringfügigen Folgekosten zu rechnen. Wenn damit nur ein Menschenleben gerettet oder ein schwerwiegender Gesundheitsschaden verhindert wird, dann ist das eine gute und notwendige Investition.

Meine Damen und Herren: Auf der Internetseite der Aktion „Sportler gegen der Herztod“ heißt es: „Eine Lebensrettung darf niemals am Geld scheitern“. Dem ist nichts hinzuzufügen außer dem Hinweis: auch nicht am politischen Willen. Wir bitten daher um Zustimmung zu unserem Antrag!

Wir freuen uns, dass CDU und Grüne unseren Antrag in der Sache unterstützen. Allerdings ist es schon ein ziemlicher Affront, dass man hier einen weitgehend gleichlautenden Änderungsantrag gestellt hat, anstatt sich mit uns über einen gemeinsamen Antrag zu verständigen. Auch wenn wir nicht unbedingt die Notwendigkeit weiterer Prüfungen sehen, hätten wir insbesondere die angedachte Ausweitung auf weitere öffentliche Räume gerne mitgetragen, weil das exakt unsere Intention entspricht. Jetzt entsteht dagegen der Eindruck, dass man hier den Antrag einer anderen Fraktion kapert um sich so mit fremden Federn zu schmücken.

Das ist nicht nur schlechter Stil, sondern beschädigt auch die politische Kultur in diesem Hause. Sie werden verstehen, dass wir vor diesem Hintergrund ihrem Antrag nicht zustimmen werden, obwohl er inhaltlich mit unserem weitgehend deckungsgleich ist.

Warum es erst noch einer Prüfung bedarf, bevor hier gehandelt wird, erschließt sich uns zwar nicht, zumal keine Kriterien genannt werden, nach denen diese Prüfung durchgeführt werden soll. Nach unserer Auffassung sollten grundsätzlich alle Schulen und Sporthallen mit AED´s ausgestattet werden, denn auch in kleineren Einrichtungen kann es zu Situationen kommen, in denen solche Geräte lebensrettend sind. Hier sollten wir daher nicht am falschen Ende sparen. Und wir wissen, dass nur an drei Schulen bereits AED zur Verfügung stehen. Von daher sehen wir diesbezüglich keinen Klärungsbedarf. Andererseits spricht nichts dagegen, weitere städtische und öffentliche Einrichtungen in die Überlegungen mit einzubeziehen, sofern das nicht dazu führt, dass das ganze Projekt nachher aus Kostengründen auf der Strecke bleibt. Je mehr wir für die Gesundheitsvorsorge und den Schutz unserer Bürger tun, desto besser. Wir sind daher gerne bereit, den Änderungsantrag zu übernehmen, wenn damit eine Mehrheit für unser Anliegen erreicht werden kann.